

Der Autor Frank Specht des Handelsblatt geht anlässlich des 70. Geburtstags des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) auf die Entwicklungsgeschichte des DGB, seine Errungenschaften sowie seine damalige Rolle und Bedeutung im Vergleich zu heute. Er stellt dabei die Frage: "... kann der DGB heute überhaupt noch mit einer Stimme sprechen? ... Wie lässt sich Solidarität organisieren, wenn das „Ich“ immer häufiger über dem „Wir“ steht?"
„Die Personaldienstleister haben mich an ihrer Seite.“ | Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, sprach auf Einladung des Bundesarbeitgeberverbandes der Personaldienstleister e.V. (BAP) vor über 200 Teilnehmern auf dessen Regionalkonferenz OST „ARBEIT & PERSONAL“ in der Alten Wollkämmerei in Leipzig. Er fand in seinem Vortrag klare Worte und versicherte: „Die Personaldienstleister sollen wissen, dass sie mich bei der Anwerbung von Experten an ihrer Seite haben.“ Dabei sprach sich Kretschmer klar für die vom BAP geforderte Öffnung des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes für die Zeitarbeit aus, wodurch auch die Personaldienstleister Fachkräfte aus Drittstaaten anwerben könnten. Kretschmer ermunterte den BAP, die Interessen der Branche weiterhin aktiv in den politischen Prozess einzubringen, denn „auch in der Zeitarbeitsbranche steht das Verhältnis zwischen wirtschaftlicher Freiheit und Ertrag zunehmend nicht mehr im Einklang.“ Verschärft werde die Situation durch den immer größer werdenden Fach- und Arbeitskräftemangel, die Digitalisierung der Arbeitswelt, den demografischen Wandel und den konjunkturellen Abschwung.
Verdi-Vorsitzender Frank Werneke fordert im Interview mit n-tv eine gerechtere Bezahlung von Zeitarbeitnehmern. Hierzu müsse aus seiner Sicht Equal Pay ab dem ersten Tag gelten und zusätzlich ein Aufschlag gezahlt werden, um der wechselnden Beschäftigungssitutation von Zeitarbeitnehmern Rechnung zu tragen.
Der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele spricht sich im Interview mit dem Handelsblatt gegen eine ruckartige Erhöhung des Mindestlohns auf 12 Euro aus. Es gebe Regionen und Branchen in Deutschland, die eine Anhebung in dieser Höhe nicht so eine weiteres umsetzen könnten. Hier wäre die Definition des Mindestlohns über die Mindestlohnkommision, in der auch die Tarifparteien ihren Sitz haben, der bessere Weg.
Ind er Leipziger Innenstadt haben am Samstag 50 Beschäftigte des Amazon Konzern gegen Zeitarbeitsverhältnisse protestiert. Die Demonstranten drückten damit Ihre Sorge aus, dass durch Zeitarbeit die gewerkschaftliche Organisation in Unternehmen unterlaufen werden könne.
Nach einer Umfrage des ifo-Instituts hatten im September 5,5 Prozent der Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe Kurzarbeit angemeldet. 12,4 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, dass Kurzarbeit auch bei ihnen in den kommenden drei Monaten erforderlich sein wird. Werte in dieser Höhe wurden zuletzt auf dem Höhepunkt der Rezession in den Jahren 2012 und 2013 festgestellt. Besonders betroffen sind die Textilindustrie und die Metall- und Elektroindustrie.
„Wenn der Deutsche Pflegerat in seinem Positionspapier ‚Fehlentwicklungen bei der Leiharbeit in der Pflege stoppen‘ behauptet, dass die ‚befristete Leiharbeit‘ in der Pflege ‚rasant‘ zugenommen habe, ist das nur die halbe Wahrheit“, erklärt Thomas Hetz, Hauptgeschäftsführer des Bundesarbeitgeberverbandes der Personaldienstleister (BAP). „Diese Behauptung unterschlägt zwei wichtige Aspekte: Erstens lag der Anteil pflegender Zeitarbeitskräfte 2018 insgesamt gerade einmal bei 1,91 Prozent. Noch geringer ist die Quote der Zeitarbeitnehmerinnen und -nehmer, die auch bei einem Zeitarbeitsunternehmen angestellt sind und nicht etwa bei Servicegesellschaften von Krankenhäusern und ähnlichen Einrichtungen, mit 1,02 Prozent aller Krankenpfleger. In absoluten Zahlen handelt es sich um 10.836 Personen, wie Daten der Bundesagentur für Arbeit belegen. Insgesamt arbeiteten 2018 aber 1.061.826 Menschen in der Krankenpflege. Diese Zahlen zeigen mehr als deutlich, dass Zeitarbeit in der Pflege nur eine Randerscheinung ist!“
Zur geplanten Umstellung der Pflegefinanzierung ab 01. Januar 2020 will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn einen Änderungantrag einbringen, der dafür sorgt, das Zusatzkosten für Zeitarbeitskräfte nicht mehr Teil des von den Krankenkassen übernommenen Pflegebudgets sind. Damit soll erreicht werden, dass Zeitarbeit in der Pflege die Ausnahme bleibt und mehr Pflegekräfte wieder fest angestellt werden.
Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) hat ein Impulspapier zu "Arbeitnehmerüberlassung in der Pflege" veröffentlicht und fordert bessere Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte. Zudem präsentiert er in dem Papier Lösungen, wie die Zeitarbeit in der Pflege reduziert werden könne.
Die Konjunktur in Deutschland kühlt ab und das bekommt auch die Zeitarbeitsbranche zu spüren: Die Zahl der Zeitarbeitnehmer ist in der zweiten Jahreshälfte 2018 um fast 10 Prozent eingebrochen. Für 2019 rechnet die Branche mit einem zusätzlichen Rückgang des Marktvolumens um drei Prozent. Erst ab 2020 könnte sich die Anzahl der Zeitarbeiter wieder stabilisieren, wobei sie aber nicht mehr an das Niveau von 2017 anknüpfen wird, als über eine Million Menschen in Deutschland als Zeitarbeitnehmer beschäftigt waren. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC.
Die Konjunktur schwächelt, die Zeitarbeitszahlen sind bereits seit Monaten rückläufig – im Juni 2019 gab es ein Minus von mehr als 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Christian Baumann, iGZ-Bundesvorsitzender, beschreibt im Interview mit dem iGZ die Lage der Zeitarbeitsunternehmen.
In ihrem Konjunkturausblick sieht die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) schwierige Zeiten auf die weltweite Wirtschaft zukommen. Aufgrund der Handelskonflikte und des drohenden Brexit sänke das Vertrauen und die Investitionsbereitschaft. Die OECD erwarte daher nur noch ein Wachstum der Weltwitschaft von 2,9 Prozent. Als exportorientierte Volkswirtschaft werde Deutschland voraussichtlich besonders betroffen sein.
Laut Prognose des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) werde aufgrund der abgeschwächten Konjunktur kein weiterer Rückgang bei der Arbeitslosigkeit erfolgen. Die Forscher gehen davon aus, dass die Zahl der Arbeitslosen in den kommenden Monaten ansteigen wird. Danach werde man jedoch, aufgrund des Mangels an Arbeitskräften, wieder einen weiteren Abbau der Arbeitslosigkeit verzeichnen können.
Am Dienstag starteten die Tarifverhandlungen der DGB-Gewerkschaften mit den Zeitarbeitgeberverbänden iGZ und BAP in Berlin. Die DGB-Gewerkschaften fordern 8,5 Prozent mehr Geld für die Beschäftigten – sowie weitere Verbesserungen bei Urlaub, Weihnachts- und Urlaubsgeld und bei den Zulagen. Die Arbeitgeber wiesen die Forderungen als „überzogen“ und „zu teuer“ zurück und begründeten dies mit einer schwächelnden Konjunktur und einem Rückgang der Zeitarbeit. Sie forderten, dies in den Tarifverhandlungen stärker zu berücksichtigen. Bezogen auf die anderen Forderungen der Gewerkschaften signalisierten die Arbeitgeber vage Verhandlungsbereitschaft, machten aber kein Angebot für eine Entgelterhöhung. Der nächste Verhandlungstermin ist für den 29. Oktober angesetzt.
Laut einer Analyse des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) ist der bisher zu verzeichnende Rückgang von Zeitarbeitnehmern nicht nur mit der konjunkturellen Abschwächung zu erklären. Eine weitere Ursache sei die vermehrte Übernahme von Zeitarbeitnehmern in eine Festanstellung.
Automatisierte Bewerberauswahl und Robo-Recruiting scheinen derzeit die Personalabteilungen von Unternehmen zu revolutionieren. Schneller, besser, effektiver – so lauten die erhofften Resultate für Stellenbesetzungen. Doch fragt man die Arbeitnehmer*innen selbst, ergibt sich ein ganz anderes Bild. Zwar suchen sie ihren neuen Job bevorzugt online, wenn es aber um den anschließenden Bewerbungsprozess geht, dann gilt: „Face-to-Face first“. Das belegen die Resultate der Orizon Arbeitsmarktbefragung 2019. Für die bevölkerungsrepräsentative Studie befragte das unabhängige Marktforschungsinstitut Lünendonk im Auftrag von Orizon insgesamt 2.012 Menschen.
Einer Herbstkonjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen (IHK) zufolge erwarten Unternehmen im Bereich Handel und Dienstleistungen eine weitere Verschlechterung der Wirtschaftslage. Dies gilt besonders für die Zeitarbeitsbranche. Laut Harald Grefe, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK, sei der IHK-Konjunkturklimaindex für die ostwestfälische Wirtschaft innerhalb eines Jahres von 132 auf 104 Punkte gefallen.
„Die Beschäftigtenzahlen auf deutschen Werften sind im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Dies spiegelt die erfolgreiche Strategie des deutschen Schiffbaus wieder, sich durch innovative Technologien und Prozesse in den High-End Märkten als gefragte Hersteller zu etablieren. Wir wissen, dass dieser Erfolg wesentlich auf exzellent ausgebildeten Fachkräften beruht und sind deshalb in der Aus- und Fortbildung stark engagiert. Der Wettbewerb um Fachkräfte und talentierten Nachwuchs hat sich in Deutschland deutlich verstärkt. Es ist deshalb besonders wichtig, dass der Schiffbau positiv positioniert wird. Darum bemühen sich die Industrie und auch der VSM nach Kräften. Die Kritik der IG Metall ist insofern wenig konstruktiv und im Sinne einer positiven öffentlichen Wahrnehmung sogar kontraproduktiv.
In seinem Artikel berichtet der Autor Martin Kopp vom Hamburger Abendblatt von der steigenden Anzahl an Beschäftigten im deutschen Schiffbau. Die IG Metall Küste prognostiziert für 2020 eine weiterhin positive Entwicklung und ein Wachstum von 3 Prozent. Meinhard Geiken, der Bezirksleiter der IG Metall Küste, stellt mit Besorgnis fest, dass vereinzelte Unternehmen teils mehr als 60 Prozent der Anstellungen über Werkverträge abwickelt. Zudem fordert Geiken eine Bildungsoffensive für mehr Auszubildende in der Branche.
Steigende Mindestlöhne sorgen dafür, dass Minijobber weniger Stunden arbeiten können, da ansonsten die 450-Euro-Grenze überschritten wird. Anträge oder Gesetzentwürfe zur Erhöhung der Verdienstgrenze bzw. dessen Kopplung an den Mindestlohn sind jedoch gescheitert. Auch im neuen Bürokratieentlastungsgesetz (BEG) III ist der geplante Punkt zur Anhebung und Dynamisierung der Minijob-Grenze nicht mehr enthalten. Die Haufe Online Redaktion bezweifelt daher, dass eine Erhöhung der Verdienstgrenze in naher Zukunft erfolgen wird.
Das Marktforschungsunternehmen Lünendonk meldet, dass 2019 die Zeitarbeitsbranche stärker von der schwächelnden Konjunktur betroffen ist. Die von den drei führenden Zeitarbeitsunternehmen Randstad, Adecco und Manpower gemeldeten Zahlen zum zweiten Quartal fallen stark ab. Manpower hat hier mit -30 Prozent gegenüber Q2 2018 den größten Verlust zu vermelden. Adecco verliert 18 Prozent, Marktführer Randstad 15 Prozent.
Akademie der Zeitarbeit
Berater der Zeitarbeit
ES-Klassentreffen