

Die Niederlande verbieten ab dem 1. März 2028 den Einsatz von Leiharbeitskräften in der Fleischverarbeitung. Damit reagiert die Regierung in Den Haag auf anhaltende Missstände bei den Arbeitsbedingungen und Unterkünften von Arbeitsmigranten. Fleischunternehmen müssen ihr Personal künftig direkt anstellen, um die Verantwortung für faire Arbeitsbedingungen selbst zu tragen.
Die Niederlande wollen die Zeitarbeit in der Fleischindustrie ab 2028 verbieten, um systematischer Ausbeutung ein Ende zu setzen. Grenzstädte am Niederrhein begrüßen das, befürchten jedoch auch soziale Probleme, weil viele zunächst ihren Arbeitsplatz verlieren würden.
Jürgen Linnemann verrichtet in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung Arbeit für externe Auftraggeber – doch am Monatsende erhält er dafür oft nicht einmal 200 Euro. Nun wehrt er sich juristisch gegen diese Bezahlung weit unter dem gesetzlichen Minimum.
Die Regierungskoalition hat sich auf eine Vielzahl bedeutender Reformen verständigt, um Deutschland fit für die Zukunft zu machen. Ein faires Gesamtpaket, um Wachstum zu schaffen, Arbeitsplätze zu sichern und den Zusammenhalt zu stärken. Die Reformen im Überblick.
Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) gibt es mittlerweile seit 20 Jahren. Es wurde eingeführt, um Menschen vor Diskriminierung in der Privatwirtschaft zu schützen. Dieser Beitrag des deutschlandfunks gibt einen Überblick zum AGG und beantwortet u.a. die Frage, inwieweit das AGG mittlerweile ausgreift ist wo ggf. noch Schwachpunkte exisitieren.
Im Rahmen des heutigen Tags der Personaldienstleister hat die Mitgliederversammlung des Gesamtverbands der Personaldienstleister (GVP) dessen Führungsspitze neu gewählt. Die Mitglieder bestätigten mit großer Mehrheit Christian Baumann als Präsidenten und Ingrid Hofmann als Vizepräsidentin des GVP.
Das Bundesarbeitsministerium hat einen Entwurf zur Änderung des Arbeitszeitgesetzes vorgelegt, der Arbeitgeberverbände deutlich verärgert. Statt der im Koalitionsvertrag angekündigten flexibleren Arbeitszeitregeln sieht der Vorschlag nur eng begrenzte Lockerungen für wenige Betriebe vor. Zugleich soll die Pflicht zur täglichen Arbeitszeiterfassung für alle verschärft werden. Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger fordert, den Entwurf zurückzuziehen und vollständig zu überarbeiten.
Die Personaldienstleistungsbranche steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Sinkende Beschäftigtenzahlen, steigende regulatorische Anforderungen und wachsende Unsicherheit in Unternehmen prägen die Entwicklung der Branche im Jahr 2026.
Audi in Neckarsulm plant, den Einsatz aller noch verbleibenen Zeitarbeitnehmer bis Ende Juni zu beenden. Der Autobauer begründet den Schritt mit dem Ende der Hochlaufphase neuer Modellreihen und verweist gleichzeitig auf mehrere hundert Übernahmen in feste Arbeitsverhältnisse.
Die deutschen Zeitarbeitsunternehmen sehen die Talsohle erreicht. Zwar gingen die Umsätze der 25 führenden Anbieter für Arbeitnehmerüberlassung (Top 25) im Geschäftsjahr 2025 im Mittel um 7,0 Prozent zurück. Im aktuellen Jahr sollen die Umsätze um durchschnittlich 6,3 Prozent, in 2027 sogar um 7,5 Prozent zulegen. Im Geschäftsjahr 2025 forcierten die Top 25 die Restrukturierung, was sich unter anderem bei der Anzahl an Niederlassungen (-2,6 %) sowie bei den Zeitarbeitenden (-9,3 %) bemerkbar machte. Sowohl die gesunkene Nachfrage aus Industrie als auch steigende Investitions- und Arbeitskosten forderte im zurückliegenden Jahr die Branche heraus. Im Hinblick auf die konjunkturelle Erholung der deutschen Wirtschaft sowie den anhaltenden Fachkräftemangel blicken die Studienteilnehmer optimistischer nach vorne. Dies sind erste Ergebnisse der Lünendonk-Studie 2026 „Zeitarbeit in Deutschland“, die im Juni veröffentlicht wird.
Früher boomte die Zeitarbeit: 2017 arbeiteten mehr als eine Million Menschen in Deutschland als Leiharbeiter. Gleichzeitig stand die Branche wegen Niedriglöhnen und schlechter Arbeitsbedingungen in der Kritik. Nach politischen Eingriffen kämpft die Zeitarbeit heute vor allem mit den Folgen der schwachen Wirtschaft.
Die geplante steuerfreie Entlastungsprämie für Arbeitnehmer ist vorerst gescheitert: Der Bundesrat verweigerte dem bereits vom Bundestag beschlossenen Gesetz die Zustimmung.
Mehr als 2.900 Zollbeamte haben bundesweit Depots und Verteilzentren der Paketbranche kontrolliert und dabei nach ersten Erkenntnissen zahlreiche Verdachtsfälle festgestellt. Im Fokus standen laut Generalzolldirektion Schwarzarbeit, illegale Beschäftigung sowie Verstöße gegen den gesetzlichen Mindestlohn. Besonders kritisch bewerten die Behörden den Einsatz von Subunternehmerketten, bei denen Arbeitszeiten teils unvollständig erfasst und Sozialabgaben mutmaßlich umgangen werden. Nach Angaben des Zolls folgen nun vertiefte Prüfungen von Lohn- und Geschäftsunterlagen der betroffenen Unternehmen.
Nach Angaben von Werksleiter André Thierig soll der Krankenstand bei Tesla auf unter fünf Prozent gesunken sein. Im Sommer 2024 lag dieser noch bei 17 Prozent. Laut Recherchen des „Handelsblatts“ schickt Tesla Schreiben an Mitarbeiter, die länger krank sind. In diesen Briefen kündigt der Konzern an, die Lohnfortzahlung zu stoppen. Die betroffenen Mitarbeiter werden zudem aufgefordert ihre Ärzte von der Schweigepflicht zu entbinden und ihre Krankengeschichte offenzulegen. Arbeitsrechtler kritisieren diese Forderungen. Der Bonner Arbeitsrechtsprofessor Gregor Thüsing hält diese für „juristisch hoch umstritten“.
Das Bundesverfassungsgericht hat die geltenden Verbote von Werkverträgen und Leiharbeit in Schlachthöfen und Fleischverarbeitungsbetrieben für rechtmäßig erklärt. Ein auf die Schweinekopfzerlegung spezialisiertes Unternehmen war mit seiner Verfassungsbeschwerde gescheitert. Die Karlsruher Richter sahen im Schutz von Arbeitnehmerrechten und Gesundheitsstandards einen hinreichenden Grund für den Eingriff in die unternehmerische Berufsfreiheit. Gewerkschaften begrüßen das Urteil und sehen es als Vorbild für andere Branchen.
Laut einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Fraktion, die der Rheinischen Post vorliegt, sank der Anteil der Zeitarbeitskräfte zwischen August 2023 und August 2025 von 2,5 Prozent der Beschäftigten auf 1,8 Prozent. Zwischen 2020 und 2024 ist zudem der Bruttomedianlohn von Fachkräften in der Pflege deutlich von monatlich 3392 Euro auf 4124 Euro angestiegen
Laut einer aktuellen Auswertung des Gesamtverbands der Personaldienstleister (GVP) anhand von Daten der Bundesagentur für Arbeit waren im Januar noch 515.300 Menschen bei Zeitarbeitsunternehmen angestellt. Damit hat sich die Zahl der Zeitarbeitnehmer in Deutschland seit 2016 bis heute fast halbiert und ist somit auf einen neuen Tiefstand gefallen.
In einer gemeinsamen Pressemitteilung von DBV, GLFA, BVEO, DRV, FabLF, UNIKA, DWV und ZVG stellt das Verbändebündnis fest, das ein branchenspezifischer Abschlag vom gesetzlichen Mindestlohn für Saisonarbeitskräfte in der Landwirtschaft rechtlich zulässig ist. Zu diesem Ergebnis kommt ein 140-seitiges Rechtsgutachten des renommierten Arbeitsrechtlers Prof. Dr. Christian Picker, Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht und Arbeitsrecht an der Universität Tübingen. Das Gutachten wurde im Auftrag eines Bündnisses von acht Verbänden der grünen Branche erstellt.
Nach zwei herausfordernden Geschäftsjahren 2024 und 2025 blickt die Zeitarbeitsbranche etwas optimistischer auf 2026. Für das laufende Geschäftsjahr prognostizieren die führenden Anbieter ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 5,2 Prozent. Bereits für das erste Quartal 2026 erwarten die Dienstleister ein Umsatzplus von 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Damit könnte sich eine Trendwende abzeichnen, nachdem im vierten Quartal 2025 die Umsatzentwicklung noch weitgehend stagnierte. Das sind Ergebnisse des aktuellen Konjunkturindex Zeitarbeit. Er wird vom Research- und Consulting-Unternehmen Lünendonk & Hossenfelder, das auf den Markt für Personaldienstleistungen spezialisiert ist, quartalsweise erhoben.
Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Zolls führte in der vergangenen Woche im gesamten Bundesgebiet eine Vielzahl an konzertierten, risikoorientierten Prüfungen zur Einhaltung des Mindestlohns durch. Die rund 1.400 eingesetzten Beschäftigten des Zolls befragten insgesamt knapp 2.700 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu ihren Beschäftigungsverhältnissen und führten mehr als 400 umfangreiche Geschäftsunterlagenprüfungen bei Arbeitgebern durch. Die Generalzolldirektion hat nun die vorläufigen Gesamtergebnisse dieser Schwerpunktprüfung veröffentlicht.
Florian Swyter, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands der Personaldienstleister (GVP), erklärt zum „Sofort-in-Arbeit-Plan“ von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt: »Der Gesamtverband der Personaldienstleister begrüßt den Vorstoß von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt, Asylbewerbern schneller den Zugang zum Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Wer früh in Beschäftigung kommt, hat bessere Chancen, sich zu integrieren – und Betriebe gewinnen schneller dringend benötigtes Personal.«
Akademie der Zeitarbeit
Berater der Zeitarbeit
ES-Klassentreffen